Chronische Rückenschmerzen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen – der volkswirtschaftliche Schaden wird zwischen 15 und 30 Mrd. EUR jährlich geschätzt.

Fußschmerzen

Obschon der Fuß ein relativ kleines Element des Bewegungsapparates ist, ist er sowohl was die Bedeutung für die Fortbewegung als auch die Schmerzbeschwerden angeht, sehr wichtig. Schon kleine Beschwerden im Fuß können über falsche Fußabrollbewegungen und ungünstige statische Verhältnisse in den unteren Extremitäten und der Wirbelsäule zu schwerwiegenden Veränderungen im gesamten Bereich des Bewegungsapparates führen. Die Art und die Ursachen von Fußschmerzen können sehr unterschiedlich sein, und eine einfache Erklärung mit Hilfe eines Röntgenbildes, das eine Fußdeformität zeigt, ist nicht immer hilfreich, da in den meisten Fällen von bekannten Fußdeformitäten eine Schmerzproblematik nicht vorhanden ist. Insbesondere am Fuß lohnt sich eine exakte Untersuchung, die ebenfalls die Waden- und Fußmuskulatur mit einbezieht, um die Ursache für die Beschwerden zu finden.

Im weiteren Text ist eine Einteilung nach dem genauen Ort der Fußschmerzen vorgenommen worden. Im Rahmen dieses Textes kann nur auf die Aspekte eingegangen werden, die dem Autor als besonders wichtig und medizinisch relevant erscheinen. Der Anspruch einer vollständigen Darstellung aller Beschwerden wird nicht erhoben.

Knöchel-Schmerz

Die häufigste Verletzung am Bewegungsapparat ist die sogenannte Distorsion des oberen Sprunggelenkes (OSG-Distorsion) nach außenseitig, die auch gerne als Umknicken mit dem Außenknöchel bezeichnet wird, und ca. 12.000 mal täglich (!) in Deutschland auftritt. Kommt es zu einer Schwellungs- und Schmerzsymptomatik, ist eine Untersuchung auf eine Bandinstabilität oder ggf. knöcherne Verletzung angezeigt. In den meisten Fällen besteht keine deutliche Instabilität, und das konsequente Anlegen einer stabilisierenden Manschette (OSG-Orthese) für 5-6 Wochen sorgt für eine gute Regeneration. Die wichtigste Selbstmaßnahme unmittelbar nach dem Umknicken ist das Hochlegen und Entlasten des Fußes, und das Kühlen und Komprimieren, um ein weiteres Einbluten in den Außenknöchelbereich so gering wie möglich zu halten. Jedes Einbluten (Bluterguss) ist für den Heilungsverlauf sowohl im Weichteilgewebe als auch im Gelenkbereich sehr ungünstig, da Reparaturprozesse erheblich gestört werden. Beim Umknicken kommt es immer auch zu einer Zerrung der außenseitigen Muskeln, die um den Knöchel ziehen. Triggerpunkte in diesen Muskeln und Faszien können auch für Beschwerden im Knöchelbereich ursächlich sein.

Knöchelschmerz oft mit Triggerpunkten in der Wadenmuskulatur

In manchen Fällen bleiben auch nach dem Ausheilen der Bandverletzung Schmerzen im Knöchelbereich bestehen. Hier lohnt sich eine genaue Untersuchung der seitlichen und tiefen Wadenmuskeln, die im Fußbereich ansetzen, um eine gezielte Therapie zu starten. Sehr häufig finden sich aber auch Triggerpunkte, die Knöchelschmerzen innen- und außenseitig verursachen, ohne dass ein Unfallereignis geschehen ist. Auch hier ist eine umfangreiche Untersuchung der Schmerzproblematik, die die Muskulatur mit einbezieht, sinnvoll.

Fersenschmerz

Die Fersen sind häufig eine Lokalisation von Fußschmerzen. Die einfache Erklärung, dass ein sogenannter Fersensporn, eine knöcherne Ausziehung am unteren Fersenbein, an dem einige Fußmuskeln ansetzen, zu dieser Schmerzproblematik führt, hat sich leider nicht bewahrheitet, da es Fersenschmerzen gleicher Art mit und ohne Fersensporn gibt. Die exakte Behandlung und Untersuchung der Schmerz verursachenden Punkte gestaltet sich als recht schwierig, da im Fußsohlenbereich das derbe Bindegewebe, dass ja auch die Belastung des gesamten Körpergewichtes tragen muss, nicht einfach zu untersuchen ist. Die Strukturen, vor allem Triggerpunkte in den Faszien und Muskelschichten des Fußes selbst, liegen aber unter der Fußsohle und sind nicht einfach zu ertasten und zu behandeln. Die fokussierte Stoßwelle (fESWT) erweist sich hier als eine sehr präzise, aber dennoch ungefährliche Methode, da durch das Bindegewebe hindurch auch in größerer Tiefe exakt ein fokussierter Impuls, der Heilungsprozesse einleitet, platziert werden kann. Nicht selten sind auch Triggerpunkte aus dem mittleren Fußbereich oder aus der Wade an diesen Schmerzen beteiligt, so dass gerade bei chronischen Beschwerden auch diese mit untersucht und behandelt werden sollten.

Schmerzen im mittleren Fußbereich

Die bekannteste Diagnose bei Schmerzen im mittleren Fußbereich ist die einer „Marschfraktur“. Hier sind vor allem die Röhrenknochen der Mittelfußknochen betroffen, die nicht nur durch ein adäquates (kurzes) Unfallereignis brechen können, sondern auch durch eine (meist ungewohnte) Dauerbelastung. Diese Art der Überlastung durch einen Dauerreiz war früher das lange Marschieren der frisch eingezogenen Rekruten, daher der Name Marschfraktur. Auch jetzt ist gerade bei Laufsportlern mit Mittelfußschmerzen eine entsprechende knöcherne Verletzung  mittels Röntgenbildern auszuschließen.

Häufig sind Triggerpunkte sowohl in den vielen kleinen Muskeln, Faszien und Bändern die das Fußgewölbe stützen, als auch in den langen Muskeln, die im Mittel- und Vorfuß ansetzen, ursächlich an den Beschwerden des Patienten beteiligt. Einerseits funktionell, da diese Triggerpunkte die volle Kraftentwicklung der Muskeln und Sehnen mindern, und somit das Fußgewölbe schwächen, und andererseits über eine Schmerzhaftigkeit, die in den gesamten Fuß ausstrahlen kann.

Wie im Abschnitt Fersenschmerz beschrieben, erweist sich die Untersuchung dieser Schmerzpunkte, die unter dem derben Fußsohlengewebe liegen als sehr schwierig, und eine Diagnostik mittels eines fokussierten Stoßwellengerätes (fESWT) ist zur Erfassung dieser Beschwerden von großem Vorteil. Eine Schuheinlage bei bestehendem Spreizfuß kann beim Mittelfußschmerz eine Erleichterung bringen, wird allerdings manchmal anfangs weniger gut vertragen.

Vorfußschmerzen

Fußdeformitäten aller Arten sind in den letzten Jahrzehnten gehäuft und in der großen Mehrzahl der Bevölkerung zu finden. So gibt es sicherlich bei über 90% der Normalbevölkerung eine Veränderung des Vorfußes, die wir aus orthopädischer Sicht mit dem Begriff des Spreizfußes bezeichnen würden. In wenigen Fällen ist aus Gründen einer Schmerzhaftigkeit eine Behandlung oder eine Einlagenversorgung zwingend erforderlich. Grundsätzlich sollte eine Fußdeformität, die keine Beschwerden macht, nur sehr zurückhaltend mit einer operativen Therapie angegangen werden. Im Falle des Auftretens von Schmerzen, ist eine genaue Erkundung der Ursachen hilfreich, um z. B. einen chronischen Überlastungsreiz, der rückgängig zu machen wäre, von einer entzündlichen Reaktion an Sehnen und Knochen zu unterscheiden. Eine exakte Untersuchung auf muskuläre und fasziale Triggerpunkte als Schmerzauslöser ist häufig zielführend, um die Schmerzquelle zu finden.

Triggerpunkte im Vorfuß oft mit „Nervenschmerz“-Beschwerden

Besonders bei Vorfußschmerzen, die in die Zehen ausstrahlen können, findet man bei genauer Diagnostik sehr häufig myofasziale Triggerpunkte. Diese Schmerzen werden von den Patienten oft als eine Art „Nervenschmerz“ wahrgenommen, und in Unkenntnis wird meist ein sogenanntes „Morton Neurinom“ diagnostiziert. Nach neuesten Erkenntnissen kann man allerdings bei über 25% der normalen Menschen (ohne Beschwerden) in der Kernspin-Untersuchung ein solches Morton Neurinom feststellen. Bei einem Morton Neurinom handelt es sich, vereinfacht beschrieben, um eine Verdickung der bindegewebigen Hülle, die den Nerven umgibt, in diesem Falle den Nerven, der einen Zeh versorgt. Es ist ratsam, bevor man sich bei entsprechenden Vorfußbeschwerden  einer komplikationsträchtigen Operation unterzieht, eine genaue differenzierende Diagnostik mit einer Untersuchung auf das Vorhandensein von myofaszialen Triggerpunkten durchführen zulassen. Des Weiteren sind Studien bekannt, in denen Beschwerden eines Morton Neurinoms erfolgreich mittels Stoßwellen (ESWT) behandelt wurden.

Typisches Übertragungsschmerzmuster

Triggerpunkte im Vorfuß oft mit „Nervenschmerz“-Beschwerden

Besonders bei Vorfußschmerzen, die in die Zehen ausstrahlen können, findet man bei genauer Diagnostik sehr häufig myofasziale Triggerpunkte. Diese Schmerzen werden von den Patienten oft als eine Art „Nervenschmerz“ wahrgenommen, und in Unkenntnis wird meist ein sogenanntes „Morton Neurinom“ diagnostiziert. Nach neuesten Erkenntnissen kann man allerdings bei über 25% der normalen Menschen (ohne Beschwerden) in der Kernspin-Untersuchung ein solches Morton Neurinom feststellen. Bei einem Morton Neurinom handelt es sich, vereinfacht beschrieben, um eine Verdickung der bindegewebigen Hülle, die den Nerven umgibt, in diesem Falle den Nerven, der einen Zeh versorgt. Es ist ratsam, bevor man sich bei entsprechenden Vorfußbeschwerden  einer komplikationsträchtigen Operation unterzieht, eine genaue differenzierende Diagnostik mit einer Untersuchung auf das Vorhandensein von myofaszialen Triggerpunkten durchführen zulassen. Des Weiteren sind Studien bekannt, in denen Beschwerden eines Morton Neurinoms erfolgreich mittels Stoßwellen (ESWT) behandelt wurden.

Achillessehnen-Schmerzen



Therapieansatz myofasziale Triggerpunkte