Chronische Rückenschmerzen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen – der volkswirtschaftliche Schaden wird zwischen 15 und 30 Mrd. EUR jährlich geschätzt.

Gesichts- und Kieferschmerzen

Häufige Diagnosen, die im Zusammenhang mit Gesichts- und Kieferschmerzen gestellt werden: Augenirritation, Trigeminus-Neuralgie, Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), chronischer Zahnschmerz und Zahnwurzelentzündung.

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Gesichts- und Kieferschmerzen werden sehr häufig durch Triggerpunkte sowohl im Bereich der Kaumuskeln als auch der mimischen Muskulatur verursacht. Insbesondere die funktionellen Aspekte dieses Systems sollten berücksichtigt werden – also die Muskeln, die das Kiefergelenk bewegen. Denn Triggerpunkte spielen hier sowohl hinsichtlich der Schmerzen, aber auch bezüglich der lokalen Verkürzung der betroffenen Kau- und Gesichtsmuskulatur eine bedeutende Rolle.

Eine CMD wird oft schon von entsprechend geschulten und erfahrenen Zahnärzten erkannt und behandelt, in der Regel in Zusammenarbeit mit einem Triggerpunkt-Therapeuten. Eine gezielte Behandlung auch der myofaszialen Triggerpunkte in diesem Bereich gehört mittlerweile zum Standard einer umfassenden multimodalen, also mehrere Fachgruppen einbeziehenden, Schmerztherapie.

Chronische Zahn- und Kieferschmerzen

Bei chronischen Zahn- und Kieferschmerzen ist selbstverständlich eine Erstuntersuchung durch den Zahnarzt wichtig. Lässt sich aber keine einfache und eindeutige Ursache finden, sollte auch an ein Beschwerdebild gedacht werden, das von Triggerpunkten herrührt. Das gilt insbesondere, bevor einschneidende Maßnahmen durchgeführt werden. Es ist schon vorgekommen, dass wegen chronischer Zahnschmerzen Zähne entfernt wurden, die Beschwerden jedoch weiterhin angehalten haben. Das vorherige Einholen einer zweiten Meinung, die auch myofasziale Triggerpunkte untersucht, kann diesen unnötigen Zahnverlust vermeiden helfen.

Augenbeschwerden

Bei Sehstörungen und anderen Beschwerden der Augen ist in jedem Fall eine gründliche Untersuchung durch einen Facharzt für Augenheilkunde angezeigt. Doch nicht immer lösen strukturelle Störungen (z. B. Schäden des Auges oder des Sehnervs) allein die Beschwerden aus. Bei Patienten mit Triggerpunkten in der tiefen Hals- oder der Nackenmuskulatur können die Schmerzen bis in die Augen und Augenhöhlen ausstrahlen und eben auch in einigen Fällen Sehstörungen auslösen. Dieses Übertragungsschmerzmuster hat zum ersten Mal Janet Travell beschrieben, eine herausragende Ärztin, die sich schon Mitte des 20. Jahrhunderts medizinisch-wissenschaftlich mit myofaszialen Triggerpunkten befasst hat. Wenn sich bei der umfangreichen Untersuchung der Beschwerden, die auch die myofaszialen Schmerzen gezielt mituntersucht, herausstellt, dass die Problematik von Triggerpunkten mit verursacht wird, sollte eine exakte Triggerpunkt-Therapie zur Lösung dieser Schmerzpunkte angestrebt werden.

Therapieansatz myofasziale Triggerpunkte