Chronische Rückenschmerzen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen – der volkswirtschaftliche Schaden wird zwischen 15 und 30 Mrd. EUR jährlich geschätzt.

Hüft- und Leistenschmerzen

Hüftschmerzen

Häufige Diagnosen, die im Zusammenhang mit Hüftschmerzen gestellt werden, sind: Hüftgelenks-Arthrose, Coxarthrose, Trochanterschmerzsyndrom, Bursitis trochanterica.

Hüftschmerzen sind sehr weit verbreitet und eine häufige Ursache von Beschwerden des Bewegungsapparates bei sportlich aktiven Menschen und auch im Alter.

Leistenschmerzen

Leistenschmerzen sind ein Oberbegriff für eine Beschwerdeproblematik der Region von der unteren Bauchwand, des Schambeins, der vorderseitigen Hüfte und des innenseitigen oberen Oberschenkels. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein, und häufige Diagnosen sind: Leistenbruch (Leistenhernie), Schambeinastentzündung (Symphysitis), Adduktorenzerrung, „weiche Leiste“.

Leistenbruch (Leistenhernie)

Echte Leistenhernien erfordern eine gründliche chirurgische manuelle Untersuchung, bei der, vereinfacht ausgedrückt, eine Schwäche der Bauchwand im Bereich des Leistenkanals ertastet wird. Kleinere Leistenbrüche machen häufig keine Schmerzen, allerdings können diese sich vergrößern und zu Schmerzen führen. Diese Beschwerden sind schnell von einem erfahrenen Arzt abzuklären. Bei einem echtem Leistenbruch mit wiederkehrenden Schmerzen ist eine Operation angezeigt. In den meisten Fällen kann dieses mittels der laparoskopischen („Schlüsselloch“) OP-Technik durchgeführt werden

Adduktorenzerrung und Schambeinastentzündung

Die häufigsten Leistenschmerzen erklären sich aus muskulären Problemen. Hier werden vor allem die Adduktorenmuskeln genannt. Tatsächlich sind diese meist mitbeteiligt, insbesondere, wenn auch eine Schmerzhaftigkeit am Schambein besteht, an dem diese Muskelgruppe nämlich knöchern ansetzt. Die Schambeinastentzündung (Symphysitis) entwickelt sich typischerweise aus muskulären Problemen wie z. B.  einer Adduktorenzerrung und kann bei chronischen Verläufen, insbesondere bei einem zu frühen Belastungsaufbau, zu frustrierenden Krankheitsverläufen führen. Gar nicht selten sind aber auch Schmerzen am oberen Schambeinbereich, an dem die Anteile der vorderen Bauchwand, einschließlich der Bauchmuskulatur ansetzen. Viele Sportler haben hier oft eine Problematik, die übersehen wird.

Eine erheblich Bedeutung hat der Iliopsoas-Muskel, der durch den Bauchraum verläuft und an der Innenseite des oberen Oberschenkels (Trochanter minor) direkt auch in der „Tiefe der Leistenregion“ ansetzt. Die gründliche Untersuchung dieses wichtigen Muskels erfordert Erfahrung und wird leider viel zu selten durchgeführt.

„weiche Leiste“

Im der Sportmedizin hat sich in den letzten Jahren der Begriff der „weichen Leiste“ als Diagnose etabliert. Studien haben gezeigt, dass allerdings viel häufiger funktionelle Störungen der Faszien und vor allem der Muskulatur als eine tatsächlich krankhaft veränderte Struktur in der Leistenregion die Beschwerden verursachen. Nichts desto trotz sind viele Leistungssportler in den letzten Jahren mit der Diagnose der weichen Leiste operiert worden. Der Trend diese Problematik nicht-operativ zu behandeln ist deutlich zunehmend, da gerade Operationen zusätzlich zu dem OP-Risiko eine lange Heilungsphase, in der absolut keine Belastung erfolgen darf, nach sich ziehen.

Typisches Übertragungsschmerzmuster

Lange Ausfallzeiten sind aber vor allem im Leistungssport nicht gewollt. Wenn sich bei der umfangreichen Untersuchung der Beschwerden, die auch die myofaszialen Schmerzen gezielt mituntersucht, herausstellen, dass die Problematik von Triggerpunkten mit verursacht wird, sollte eine exakte Triggerpunkt-Therapie zur Lösung dieser Schmerzpunkte angestrebt werden.

Hüftoperationen


Sehnenansatzschmerzen