Chronische Rückenschmerzen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen – der volkswirtschaftliche Schaden wird zwischen 15 und 30 Mrd. EUR jährlich geschätzt.

Kopf- und Nackenschmerzen

Häufige Diagnosen, die im Zusammenhang mit Kopf- und Nackenschmerzen gestellt werden: Verspannungskopfschmerz, Migräne, Halswirbelsäulen-Syndrom, Halswirbelsäulen-Bandscheibenvorfall (Halswirbelsäulen-Bandscheibenprolaps), Halswirbelsäulen-Bandscheibenvorwölbung (Halswirbelsäulen-Bandscheibenprotrusion).

Beispiel Bildunterschrift

Kopfschmerzen und Migräne

Die häufigste Ursache für Kopfschmerzen sind Muskelschmerzen der Nacken- und Schulterregion, die in den Kopf ausstrahlen. Das hat sich in den vergangenen Jahren in neuen Studien gezeigt. Experten der Kopfschmerzforschung haben festgestellt, dass der Verspannungskopfschmerz (Tension-Type Headache), der immerhin ca. 50 Prozent der Kopfschmerzen ausmacht, hauptsächlich von Triggerpunkten ausgelöst wird. Aber auch Patienten mit migräneartigen Kopfschmerzen, das ist das Ergebnis verschiedener klinischer Studien, haben von einer gezielten Triggerpunkt-Therapie profitieren können.

Halswirbelsäule (HWS) und Schulter-Arm-Symptome

Zwischen Beschwerden der Halswirbelsäule (HWS) und Schulter-Arm-Symptomen besteht sehr häufig ein Zusammenhang. Die Beschwerden können bis in die Finger ausstrahlen. In den meisten Fällen wird eine Problematik der Bandscheiben angenommen: Also, dass eine Bandscheibe auf die Nervenstruktur im Wirbelkanal drückt und dadurch die Symptome verursacht.

Ob dies tatsächlich der Fall ist, lässt sich relativ einfach durch eine gezielte neurologische Untersuchung feststellen, bei der Reflex, Sensibilität und Muskelkraft der Arme und Hände geprüft werden.

Eine Missempfindung wie ein Kribbeln oder ein "dumpfes Gefühl" in Arm und Händen ist jedoch typisch für eine Triggerpunkt-Symptomatik. Sie unterscheidet sich von einer "echten" Sensibilitätsstörung, die durch eine Einengung der Nervenstruktur hervorgerufen wird. Die Untersuchung dieser Beschwerden gehört selbstverständlich in die Hände eines entsprechend ausgebildeten und in der sensiblen manuellen Diagnostik erfahrenen Arztes.

Das Röntgenbild erklärt nicht die Beschwerden

Es ist wichtig zu wissen, dass jeder Mensch im Laufe der Jahre degenerative (arthrotische) Veränderungen entwickelt – gerade an der Halswirbelsäule. Sie zeigen sich auf dem Röntgenbild an den knöchernen Strukturen und an der geringeren Höhe der Bandscheibenräume. Die meisten Menschen mit einer HWS-Arthrose haben keinerlei Beschwerden bis auf eine mehr oder weniger ausgeprägte Einschränkung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule, die aber erst recht spät auftritt.

Nur selten sind die Bandscheiben die Ursache von Beschwerden der HWS

Anders als häufig angenommen besteht auch kein signifikanter Zusammenhang (Korrelation) zwischen Halswirbelsäulen-Beschwerden und Bandscheibenvorfällen. Viele Menschen leiden unter HWS-Schmerzen, ohne dass ein Bandscheibenvorfall vorliegt. Und umgekehrt tritt bei vielen Menschen mit zunehmenden Alter irgendwann ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule ein, ohne dass sie Beschwerden bekommen. Experten geben an, dass nur in fünf Prozent der Fälle die Bandscheiben für eine Schmerzsymptomatik der HWS verantwortlich sind. Wesentlich häufiger ist myofasziales Gewebe beteiligt, also muskuläre und bindegewebige Strukturen, die dann typische Nacken- und Kopfschmerzen verursachen. Wenn sich bei der umfangreichen Untersuchung der Beschwerden, die auch die myofaszialen Schmerzen gezielt mituntersucht, herausstellt, dass die Problematik von Triggerpunkten mit verursacht wird, sollte eine exakte Triggerpunkt-Therapie zur Lösung dieser Schmerzpunkte angestrebt werden.

 Die folgenden Darstellungen zeigen typische Übertragungsschmerzmuster, die bei Kopf- und Nackenschmerzen eine Rolle spielen.

Typisches Übertragungsschmerzmuster

Therapieansatz myofasziale Triggerpunkte