Chronische Rückenschmerzen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen – der volkswirtschaftliche Schaden wird zwischen 15 und 30 Mrd. EUR jährlich geschätzt.

Rückenschmerzen

Häufige Diagnosen, die im Zusammenhang mit Rückenschmerzen gestellt werden, sind: Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps), Bandscheibenvorwölbung (Bandscheibenprotrusion) Instabilität der Wirbelsäule (Spondylolisthesis), Arthrose der Wirbelbogengelenke (Spondylarthrose), Skoliose.

Rückenschmerzen sind sehr weit verbreitet. Laut Robert-Koch-Institut gaben in einer Studie etwa 80 Prozent der Befragten an, bereits einmal daran gelitten zu haben. Wenn sie auch zu den häufigsten Gründen für Krankschreibungen zählen, vergehen Rückenschmerzen in der Regel nach kurzer Zeit wieder von selbst und bedürfen oft keinerlei oder nur einer kurzen Behandlung. Problematischer sind chronische Rückenschmerzen, die etwa acht bis zehn Prozent der Rückenschmerzpatienten entwickeln.


Die körperliche Untersuchung des Arztes steht im Zentrum der Diagnostik

Bei einfachem Rückenschmerz ist eine gründliche körperliche Untersuchung durch den Arzt das beste Diagnoseverfahren. Sie ist für die Erkennung von kritischen Beschwerden z.B. einem Nervenausfall

am aussagekräftigsten. Bildgebende Verfahren wie das MRT sind bei einfachen Rückenschmerzen hingegen in der Regel nicht sinnvoll. Nationale und internationale Fachgesellschaften empfehlen in ihren Leitlinien, darauf zu verzichten. Denn degenerative Veränderungen, wie sie auf dem MRT zu erkennen sind, sind meist nicht die Ursache der Schmerzen: Laut Studien haben etwa 30 -78 Prozent aller Menschen deutliche Bandscheibenvorfälle – ohne dass sie deswegen unter Schmerzen leiden würden. Lesen Sie mehr dazu unter Nervenbeschwerden.

Dementsprechend ist auch eine Einteilung nach spezifischen Rückenschmerzen (z. B. mit Wirbelgleiten oder einem Bandscheibenvorfall) und unspezifischen Rückenschmerzen (ohne solche Veränderungen) wenig sinnvoll. Viel wichtiger ist es, zu erfassen, ob kritische Beschwerden (z.B. Lähmungen) oder ernste Untersuchungsbefunde vorliegen.

Die Ursachen sind meist in der Muskulatur zu suchen

Eine echte Bandscheibenproblematik ist selten. Nach Studien und Schätzungen sind nur in fünf Prozent der Fälle Bandscheibenvorfälle für Rückenschmerzen verantwortlich. Meist sind es funktionelle Störungen, die die Beschwerden hervorrufen z. B. eine Gelenkdysfunktion, eine „Gelenkblockade“, die wahrscheinlich am häufigsten durch erhöhte Muskelspannung und myofasziale Triggerpunkte (MTrP) verursacht ist. Nach Auffassung von Schmerzexperten können Triggerpunkte typischerweise neurologische und orthopädische Beschwerden imitieren.

Die Triggerpunkte können sich in der Rückenregion, aber auch im Bereich der gesamten Rumpf-Muskulatur einschließlich der Vorderseite befinden. Ein geübter Untersucher wird durch Palpation (Ertasten) der Muskeln und Faszien die entsprechenden Schmerzpunkte in diesen Strukturen finden. Gerade beim Rückenschmerz kann durch die Triggerpunktstimulation ein lokaler und regionaler, aber auch ausstrahlender Schmerz z. B. bis in das Bein und in den Fuß ausgelöst werden. Wenn sich bei der umfangreichen Untersuchung der Beschwerden, die auch die myofaszialen Schmerzen gezielt mituntersucht, herausstellen, dass die Problematik von Triggerpunkten mit verursacht wird, sollte eine exakte Triggerpunkt-Therapie zur Lösung dieser Schmerzpunkte angestrebt werden.

 Lesen Sie mehr darüber unter Triggerpunkttherapie.

Typisches Übertragungsschmerzmuster

Was Sie selbst bei beginnenden Rückenschmerzen tun können

Gerade in den ersten Stunden des beginnenden Rückenschmerzes ist der Einsatz einer schmerzhemmenden Methode wichtig, damit die Schmerzen nicht durch Fehlhaltungen und erhöhten Muskeltonus zunehmen. Das kann eine entspannende Körperhaltung oder eine lokale Wärmeanwendung sein, aber natürlich auch ein Schmerzmittel.
Jede Art der Lähmung ist jedoch sofort medizinisch zu untersuchen!

Die folgenden Darstellungen zeigen typische Übertragungsschmerzmuster, die bei Rückenschmerzen eine Rolle spielen können.

Therapieansatz myofasziale Triggerpunkte