Chronische Rückenschmerzen sind der häufigste Grund für Krankschreibungen – der volkswirtschaftliche Schaden wird zwischen 15 und 30 Mrd. EUR jährlich geschätzt.

Sehnenansatzschmerzen


Typisches Übertragungsschmerzmuster

Ansatztendinosen (Enthesiopathien)

Bei allen Sehnenansatz-Tendinosen kommt es zu einem Reizzustand an den knöchernen Strukturen, an denen die Muskulatur über die Sehnen am Knochen fixiert ist. Jedes Gewebe hat die Möglichkeit, sich an Belastungen zu gewöhnen und entwickelt bei „normaler“ gewohnter Aktivität keine Beschwerden. Auf eine Aktivität, die deutlich über die gewohnte Belastung hinausgeht, antwortet zuerst die Muskulatur unter anderem mit einer Steigerung der Muskelspannung, die zu vermehrten mechanischen Zugkräften am Sehnenansatzbereich führt. Daraus entwickeln sich dann entsprechende Reizzustände. Zu den häufigsten Ansatztendinosen (Enthesiopathien) zählen der Tennisarm und die Achilles-Sehnenreizung.

Beteiligung der myofaszialen Triggerpunkte

Die Hauptbeschwerden einer Ansatztendinose sind in den meisten Fällen ein exakt im knöchernen Sehnenansatzbereich wahrgenommener Schmerz. Bei genauer Untersuchung finden sich zusätzlich zu den Sehnen-Ansatzschmerzen schmerzhafte myofasziale Triggerpunkte in der entsprechenden Muskulatur. Es liegt nahe, dass diese Triggerpunkte an der Entstehung der Ansatztendinose beteiligt sind. Denn es handelt sich bei einem myofaszialen Triggerpunkt um eine lokale Verkürzung der Muskelfaser, die sich auch auf den knöchernen Bereich auswirkt: Über eine erhöhte Spannung im Sehnen-Ansatzbereich kommt es unter anderem zu einem Reizzustand und den bekannten histologischen (geweblichen) Veränderungen. Dieser Schmerz kann in den meisten Fällen durch entsprechende Stimulation ausgelöst werden, und der Patient erkennt ihn im Sinne einer „Wiedererkennung“ als seinen Schmerz.Insbesondere akute Ansatztendinosen, die sich auf der Basis einer akuten muskulären Überlastung entwickelt haben, sind über diesen diagnostischen und therapeutischen Aspekt gut zu erkennen. Auch bei chronischen Enthesiopathien ist eine Untersuchung der myofaszialen Triggerpunkte mittels extrakorporaler Stoßwellentherapie (ESWT) sinnvoll, da sich ein Großteil der vom Patienten angegebenen Schmerzen durch die exakte Behandlung mittels ESWT als „Wiedererkennungsschmerz“ und/ oder als „Übertragungsschmerz“ feststellen lässt. 

Wenn sich bei der umfangreichen Untersuchung der Beschwerden, die auch die myofaszialen Schmerzen gezielt mituntersucht, herausstellt, dass die Problematik von Triggerpunkten mit verursacht wird, sollte eine exakte Triggerpunkt-Therapie zur Lösung dieser Schmerzpunkte angestrebt werden.

Therapieansatz myofasziale Triggerpunkte