Schmerzen des Bewegungsapparates werden zu einem hohen Prozentsatz durch Muskulatur und Faszien verursacht.

(Schmerz-)Ursachen

Diese Seite kann unmöglich alle Schmerzursachen umfangreich abhandeln. Deshalb wird dahin gehend auch kein Versuch unternommen, sondern im Besonderen über die bedeutenden Beschwerden, die von so genannten myofaszialen Triggerpunkten (schmerzhaften Muskeln und Faszien) verursacht werden, informiert. 

Schmerzen des Bewegungsapparates, im Englischen spricht man vom "musculo-skeletal-system", sind zu einem hohen Prozentsatz von Muskeln und Faszien verursacht.

In der Medizin der westlichen Welt hat sich eine Diagnosefindung etabliert, die vor allem die einfach zu erkennenden, nicht der Norm entsprechenden Veränderungen in den Mittelpunkt der Benennung des Krankheitsbildes stellt.

Diese Einteilung konzentriert sich meist auf die darstellbare Veränderung einer Struktur, z.B. eines Bandscheibenvorfalles. Aus vielen wissenschaftlichen Untersuchungen wissen wir aber, dass bei schmerzfreien Menschen über 30 Jahren in 30-78% Bandscheibenvorfälle festgestellt wurden, wohlgemerkt ohne Rückenschmerzen!! 

Experten gehen davon aus, dass lediglich in ca. 5% der Rückenschmerzpatienten die Bandscheibe die Struktur ist, die die Schmerzen verursacht.

Trotzdem wird bei einem Patienten mit Rückenschmerzen gerne die Diagnose "Bandscheibenvorfall"  (gesucht und) genutzt, da diese gut anerkannt ist sowohl beim Patienten als auch beim Kostenträger, den Versicherungen. In den meisten Fällen von Rückenschmerzen ist dieses allerdings zur Erkennung der Beschwerdeproblematik nicht zielführend (s.o.). 

Diagnosen, die sich auf die komplexen funktionellen Aspekte der Beschwerdeproblematik fokussieren, sind im System der medizinischen Standarddiagnostik schwerlich darstellbar, wenig etabliert und meist nicht anerkannt.  

In den letzten Jahren haben weltweit immer mehr Ärzte und Therapeuten bei Beschwerden des Bewegungsapparates auch den Fokus der Untersuchung auf die Muskeln und Faszien gelegt. Es hat sich herausgestellt, dass diese myofaszialen Strukturen in den meisten Fällen auch bei "einfachen Gelenkschmerzen" an dem Schmerz mit beteiligt waren, und zu einem hohen Prozentsatz sogar die Ursache waren. 

In den meisten medizinisch-orthopädischen Untersuchungsprotokollen hat die systematische Diagnostik der myofaszialen Strukturen allerdings noch keine Bedeutung, und hat im internationalen Diagnosesystem eher eine unbedeutende Ziffer für die Erklärung von unbestimmten Beschwerden erhalten. Die Ursache hierfür liegt vor allem in der Schwierigkeit die Strukturen der Muskulatur und der Faszien mit den Verfahren der Bildgebung (Röntgen, Ultraschall, Kernspin, etc.) darzustellen, und somit Bilder zu erhalten, die unabhängig vom Untersucher reproduziert werden können. In der letzten Zeit hat es auf dem Gebiet der Bildgebung einige Fortschritte gegeben, und die Diagnose des myofaszialen Schmerzsyndromes als eine wichtige Ursache bei verschiedenen orthopädischen Schmerzerkrankungen könnte sich in naher Zukunft etablieren.

Schmerzen des Bewegungsapparates können vielfältige Ursachen haben. Eine wichtige Ursache sind myofasziale Schmerzen. Man unterscheidet zwischen der primären (zuerst aufgetretenen und ursächlichen) und der sekundären (von anderen Veränderungen verursachten) Form sowie zwischen akut und chronisch.

Primäres Myofasziales Schmerzsyndrom

Der häufigste Grund von Schmerzen am Bewegungsapparat ist eine krankhafte Veränderung der Muskulatur selbst. Das ist auch nicht weiter erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der menschliche Körper durchschnittlich zu etwa 40 Prozent aus Muskelmasse besteht. Ebenso gibt es eine sehr große Menge an Überlastungen, die kurzfristig einen Schmerz verursachen, wie z.B. Muskelkater oder Muskel-Sehnenschmerzen oder Zerrungen. Wenn diese Beschwerden nicht adäquat ausheilen, was nicht so selten ist, können sich daraus dauerhafte Schmerzen entwickeln, die sich nicht nur auf die Muskulatur beschränken. In dem bisherigen medizinischen Denken und Handeln wird dieser Tatsache oft nicht ausreichend Rechnung getragen. Einer der Hauptgründe hierfür mag der ausschließliche Blick auf maschinelle Untersuchungstechniken sein und damit einhergehend der Verlust der Fähigkeiten den Patienten mit der Hand zu untersuchen. In der bildgebenden Diagnostik (Röntgen, Kernspin und Ultraschall) hat man aber erst in den letzten Jahren einige, noch nicht ausreichende, Fortschritte erzielt Faszien und die Muskulatur auch als krankhaft verändertes Gewebe bei Schmerzen zu diagnostizieren.

Die Schmerzen entstehen beim primären Myofaszialen Schmerzsyndrom durch direkte mechanische Einwirkungen auf die Skelettmuskulatur, z. B. durch Überdehnungen oder Überlastungen, aber auch Unfällen und Stürzen. Stress und psychische Belastungen spielen ebenfalls eine Rolle, da sie über körperliche Reaktionen zu einer Anspannung der Muskulatur (Muskeltonus-Erhöhung) führen.

Sekundäres Myofasziales Schmerzsyndrom

Schmerzen am Bewegungsapparat können daneben durch eine Vielzahl von Krankheiten hervorgerufen werden, z. B. von systemischen Faktoren wie Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen oder Vitamin B12-Mangel. Aber auch Schäden an den Gefäßen, Knochen oder Gelenken können sie auslösen. Die alleinige  Betrachtung dieser Ursachen kann dazu führen, daß die primäre Form unterschätzt wird. Dies ist insofern problematisch, dass gerade bildgebende Verfahren bei Schmerzen des Bewegungsapparats nicht immer eindeutige Schmerzursachen darstellen, und somit den Betrachter täuschen können. Hier erfahren Sie mehr zur Problematik der Bildgebung.

Akut oder chronisch

Unter akuten Schmerzen des Bewegungsapparats leidet sicherlich jeder einmal. Von chronischen Schmerzen wird nach etwa 10-12 Wochen gesprochen. Was genau beim Myofaszialen Schmerzsyndrom im Muskel passiert, erfahren Sie unter Therapieansatz.

Chronische Schmerzen



Therapieansatz myofasziale Triggerpunkte